Alpenpanorama

Unverhofft kommt oft – 700 km mit dem Arcus M

Unverhofft kommt oft…

(OLC Flug)

 

… plötzlich ging alles ganz schnell. Kamera, Pinkelbeutel, Trinkflaschen, Schmausereien einpacken und warm anziehen, denn es waren Wellenaufwinde vorhergesagt. Wir starteten an der Winde und nach dem ausklinken rattelten wir Richtung Berge. Wir überflogen den Weissensee und dann weiter in Richtung hochalpines Gelände.

 

 

Unsere erste Wende sollte der Silvretta Stausee werden. Gesagt getan. Es ging also gut voran und ich hatte genügend Zeit Bilder zu machen und einfach nur das Alpenpanorama zu genießen. Wir flogen das Paznauntal entlang und auf der linken Seite lag das Skigebiet Ischgl . Dort war ich noch anfang des Jahres im Ski-Urlaub gewesen. Ein sehr spannendes Erlebnis die Gegend mal von oben aus dem Segler zu erleben. Aber das noch nicht genug, fanden wir einen Aufwind mitten über der Mittelstation des Skigebiets Kappl. Bei dieser Mittelstation haben wir schon einige schöne Stunden mit Glühwein verbracht.

 

 

Wir wendeten also am Stausee um von dort aus weiter dem Inntal bis Innsbruck zu folgen.

Kurz vor Innsbruck bekamen wir auf der Frequenz des Verkehrsflughafens Innsbruck mit, dass dort ein Linienflugzeug von Westen her anfliegen sollte. Wir hielten gespannt Ausschau und konnten schließlich den Anflug live mit verfolgen. Nebenbei sah ich zum ersten mal das Tor zum Himmel…

 

Wir wendeten dort und konnten auf dem Rückflug ,mit deutlich mehr Höhe, einen schönen Blick auf den von Bergen umschlossenen Königssee erhaschen.

 

Beim Flug Richtung Westen sah man die morgens prognostizierte Abschirmung bereits deutlich. Es wurde quasi minütlich schlechter bis die abschirmende Bewölkung direkt über uns war und die Wolken auch kein gutes steigen mehr voraussagten. Dennoch fand Sepp immer wieder gutes steigen. Teilweise sogar mit Ansage. “3,2,1 jetzt”, und tatsächlich genau dann kam das steigen.

 

Als wir an der Dremelspitze in ruppigere Steig- und Sinkzonen geraten waren, musste ich gestehen mich leicht unwohl zu fühlen und klammerte mich am Gurtzeug fest. Sepp war ganz angetan und schwärmte von den nun sichtbaren Lenticularis und Rotor Wolken. Diese deuten auf einen Wellenaufwind hin. Einigen Berichten zu Folge, lösten diese bei mir “noch” keine Begeisterung aus. Wir schafften es aber ganz sanft in die Welle “hineinzuflutschen”. Nun geht’s nach oben…

 

 

Wir hatten beide bereits Sauerstoff angelegt und bekamen eine Freigabe um bis FL 160 (ca. 5km Höhe) zu steigen. Ich merkte das es mir allmählich fröstelte aber Sepp überzeugt mich davon bis zum Ende der freigegeben Höhe durchzuhalten.

 

Nun machten wir uns auf den Heimweg. Von dort oben aus wirkten die Alpen garnicht mehr so bedrohlich. Man sah den Bodensee orange im Licht des Sonnenuntergangs schimmern und ich schoss noch schnell ein Foto von dieser beeindruckenden Szene.

Es ging im Schnellflug zurück zum Platz und mit einem kleinen Überflug kündigten wir uns für die Landung an. Als wir gelandet und ausgerollt waren musste ich erst mal 5 Minuten im Flieger verweilen bevor ich hinausklettern konnte. Ich war ziemlich geschafft nach diesen ganzen Eindrücken und Erlebnissen.

 

Glücklicherweise waren die nächsten zwei Tage nicht fliegbar und mir blieb genug Zeit das Erlebte zu verarbeiten.

 

Im Nachhinein ist der Flugplatz Geratshof immer eine Reise wert und wir bedanken uns ganz herzlich für die schönen und stressfreien Tage. Außerdem geht ein großer Dank an die Fliegerkollegen aus Karlsruhe.

 

Also bis zum nächsten mal!